Verantwortliche im Bergwerk Auguste Victoria verschwiegen jahrelang Grundwasserbelastung

Seit Jahren ist dem Betreiber der Zeche Auguste Victoria in Marl bekannt, dass stark versalztes Grundwasser aus der Halde Brinkfortsheide in Richtung der Ortschaft Hamm fließt. Das durch die Siedlung fließende Grundwasser ist somit zur Bewässerung der Gärten nicht mehr geeignet. Eine Information an die ansässige Bevölkerung erging aber nicht, sodass betroffene Bürger ihr Brunnenwasser weiterhin im Garten nutzten oder sogar noch neue Gartenbrunnen anlegen ließen. Die Brunnennutzer und die zuständige Kontrollbehörde das Landesbergamt erfuhren von der sehr hohen Grundwasserbelastung erst durch die Untersuchungen vom VSR-Gewässerschutz. mehr

                       

Salzbelastung aus dem Bergbau wird die Renaturierungsmaßnahmen an der Lippe erheblich beeinträchtigen

Der VSR-Gewässerschutz befürchtet auf Grundlage seiner aktuellen Untersuchungen an der Lippe zwischen Hamm und der Mündung in den Rhein negative Auswirkungen auf die aktuellen Renaturierungsmaßnahmen. Eine standortgerechte Flora und Fauna werden sich unter der sehr hohen Salzbelastung der eingeleiteten Grubenabwässser mit Chloriden nicht entwickeln können. mehr


                      

VSR-Gewässerschutz deckt unbekannte Belastung in Marl auf: Sickerwasser der Halde „Brinkfortsheide“ belastet Grundwasser mit Chloriden

Als wir die Messdaten unserer Brunnenwasser­untersuchungen aus dem Marler Stadtteil Hamm in eine Geländekarte übertrugen, lag es klar auf der Hand: Das belastete Grundwasser scheint von der Halde „Brinkfortsheide“ in Richtung Lippe zu fließen“, so Untersuchungsleiter Harald Gülzow. Auf der Halde wird die Berge der Zeche Auguste Victoria abgelagert. Regnet es nun auf die Halden, werden die in den Steinen vorhandenen Chloride gelöst und sickern in den Untergrund. sodass es zu einer Verschmutzung des Grundwassers durch das Sickerwasser kommt. mehr

                            

                                     

Chloridkonzentration für guten Zustand in Fließgewässern wurde aus Entwurf der Oberflächengewässerverordnung gestrichen

Die Oberflächengewässerverordnung ist am 26. Juli 2011 in Kraft getreten. Sie „dient dem Schutz der Oberflächengewässer und der wirtschaftlichen Analyseder Nutzungen ihres Wassers“ kann man gleich im ersten Paragraphen lesen.

Im Entwurf vom August 2010 waren noch Orientierungswerte für den sehr guten und den guten Zustand eines Gewässers im Hinblick auf die Belastung mit Chlorid genannt. Es wurde ein maximaler Mittelwert von 50 mg/l für den sehr guten Zustand und ein Wert von 200 mg/l Chlorid für den guten Zustand festgesetzt. Diese Werte sollten mit Ausnahme von Marschengewässer und Ostseezuflüsse für alle andern Bäche und Flüsse gelten.

Doch in der endgültigen Fassung von Juli ist nur noch der 50 mg/l-Wert enthalten. Der Orientierungswert für den guten Zustand von 200 mg/l wurde in der Verordnung gestrichen. mehr

              
          
             
Untersuchungsergebnisse vom VSR-Gewässerschutz liegen vor: Salzkonzentration in der Ems ist für viele Kleinstlebewesen tödlich


Die Salzeinleitung des Bergbaus in Ibbenbüren hat für die Ems weitreichende Folgen wie die Ergebnisse der im September 2011 stattgefundenen Messfahrt vom VSR-Gewässerschutz belegen. Bei Chloridkonzentrationen von 420 Milligramm pro Liter in Lingen und 410 Milligramm in Meppen überleben viele süßwasserbewohnende Kleinstlebewesen nicht mehr. Sie benötigen für ihre Existenz eine ausreichende Wasserqualität. Eine vom „Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW“ im letzten Jahr in Auftrag gegebene Studie vom „Büro für Hydrobiologie“ aus Mainz zeigt, dass ab 200 Milligramm Chlorid pro Liter bereits die Hälfte der normalerweise vorkommenden Arten bei den Kleinstlebewesen und ab 400 Milligramm sogar schon dreiviertel der Arten nicht mehr vorhanden sind. mehr


                   

Brunnenwasser wegen Bergbaueinfluss nicht mehr zum Bewässern geeignet


4100 Milligramm pro Liter Chlorid fanden die Umweltschützer vom VSR-Gewässerschutz bei ihren Untersuchungen im Sommer 2011 in einem privat genutzten Brunnen im Marler Ortsteil Hamm. Derart salzhaltiges Wasser ist zum Bewässern im Garten nicht mehr geeignet, da die regionalen Pflanzen es nicht vertragen. Insgesamt wurden in dem Stadtteil 29 Brunnen untersucht. In zwölf Proben wurden Chloridgehalte von über 400 Milligramm festgestellt. In sieben dieser Brunnen fanden die Gewässerschützer sogar Werte oberhalb von 1000 Milligramm. „Derart weiträumige Belastungen hat der VSR-Gewässerschutz bei den Untersuchungen in den vergangenen Jahre in Hamm noch nicht festgestellt, auch lagen die Spitzenkonzentrationen wesentlich niedriger“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende vom VSR-Gewässerschutz, „hier breitet sich im Untergrund ein stark versalztes Grundwasser aus.“ mehr

                         

Oberflächennahes Grundwasser in Salzkotten weiträumig versalzt

In tiefen Schichten unter dem Lippegebiet kommt stark salzhaltige Sole vor. Durch tiefreichende Querstörungen im Untergrund kommt es an verschiedenen Stellen längs des Hellwegs zum Austritt salzhaltiger Sole. So auch im Raum Salzkotten. Bei den Untersuchungen im Sommer 2011 fanden die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz 1250 Milligramm pro Liter Chlorid in einem privat genutzten Salzkottener Brunnen. Derart salzhaltiges Wasser ist zum Bewässern im Garten nicht mehr geeignet, da die regionalen Pflanzen es nicht vertragen. Insgesamt wurden im Stadtgebiet 39 Brunnen untersucht. In zwei Drittel der untersuchten Proben wurden erhöhte Salzgehalte festgestellt. mehr

                                              

Zu hohe Salzkonzentrationen belasten Wipper und Unstrut

 400 Milligramm Chlorid pro Liter fanden die Spezialisten vom VSR-Gewässerschutz im September 2010 in der Wipper bei Niedergebra. Diese Belastung stieg dann auf Werte oberhalb vom 1000 Milligramm im Raum Sondershausen an. Die höchste Konzentration lag mit 1100 Milligramm in Seega vor. Im weiteren Bachverlauf sank die Belastung bis Kindelbrück auf 885 Milligramm. Diese hohe Chloridfracht der Wipper führte zu einer starken Belastung der Unstrut, wie Messungen im Mai schon belegten. Mit ihrem Zufluss erhöhte sich die Chloridkonzentration in der Unstrut schlagartig von 95 auf 175 Milligramm pro Liter. Im weiteren Verlauf kletterte die Chloridbelastung weiter an. In Nebra stellten die Umweltschützer sogar 290 Milligramm pro Liter fest. In dieser Größenordnung verbliebt die Belastung bis zu ihrer Mündung in die Saale. mehr

                         

Chloridbelastung der Ems durch die Große Aa

Bei der Messfahrt im November 2009 hat der VSR-Gewässerschutz auch die Ems und zufließende Bäche auf Chlorid untersucht. Die Messungen ergaben in der Ems vor der zufließenden Großen Aa einen Chloridwert von 55 mg/l. Dieser stieg danach in Hanekenfähr bei Lingen auf 170 mg/l an. Mit diesem Wert ist das LAWA-Ziel von 100 mg/l erheblich überschritten. In diesem Bereich mündet die Große Aa in die Ems. Ihr Wasser ist mit 780 mg/l stark belastet. Die Ursache für diese extremen Werte sind Einleitungen von Grubenwässer aus dem Steinkohleabbau der DSK Anthrazit Ibbenbüren GmbH.
In der Ibbenbürener Aa, eine der Quellbäche der Großen Aa, ist die Flora und Fauna stark verändert. Nur salztolerante Arten können hier überleben. Aber auch für die Ems stellt das Chlorid eine Beeinträchtigung dar. Wir planen nun weitere Untersuchungen an Ems, der Ibenbürener Aa und der Großen Aa.

                   

Chloride – immer noch ein Problem in der Lippe

Stark erhöhte Chloridgehalte in der Lippe stellen die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz bei ihren Untersuchungen 2009 fest. Im August – September wurden mehrere Messfahrten zwischen Hovestadt und Wesel durchgeführt, um die aktuelle Entwicklung der Salzbelastung zu untersuchen. Auf der Flussstrecke unterhalb von Heringen steigt die Chloridbelastung schlagartig auf den doppelten Wert von 230 Milligramm pro Liter an. Auf der weiteren Fließstrecke wächst die Belastung stetig weiter. So stellten die Gewässerschützer in Werne mit 280 Milligramm und Haltern mit 335 Milligramm fest. Die höchste Konzentration lag dann in Dorsten mit 460 Milligramm pro Liter vor. Auf diesem sehr hohen Niveau verbleibt die Belastung bis die Lippe bei Wesel in den Rhein mündet. mehr

      

Besatzung der REINWASSER findet stark salzhaltiges Wasser

Am Wochenende nach Pfingsten 2009 nahm das Laborschiff REINWASSER am Hammer Hafenfest teil. Auch hier untersuchten wir privat genutzte Brunnen. Die Grundwasserprobleme resultieren in diesem Raum hauptsächlich durch den Steinkohlebergbau mit den Sümpfungswässern und seinen Bergehalden. So fanden wir in einem Brunnen in Herringen 720 Milligramm Chlorid pro Liter. Bei dieser hohen Konzentration ist das Wasser selbst zum Bewässern im Garten nicht mehr geeignet.

                  

CO2-Speicherung : Gefahr der Versalzung für Grundwasser und Spree

Die Pläne von Vattenfall in Brandenburg Kohlendioxid in den salinen Grundwasser-leiter zu speichern bzw. endzulagern kann kurzfristig oder längerfristig zu einer großen Versalzung der Gewässer führen. Besonders kritisch ist, wenn die Probleme erst nach Jahrzehnten auftreten. Das saline Tiefenwasser weist zum Teil ein Viertel Kilogramm Chlorid pro Liter auf. Es ist fünfzigmal so salzig wie die Ostsee. Außerdem ist die Chloridkonzentration 1000 mal höher als die Trinkwasserverordnung zulässt. mehr

             

Messungen ergaben hohe Salzbelastung von Baggerseen in Kamp-Lintfort

Der VSR-Gewässserschutz und die Interessengemeinschaft Dachsbruch untersuchten in diesen Sommer den Salzgehalt der schon vorhandenen Baggerseen im Kamp-Lintforter Raum. Die Messungen ergaben 230 Milligramm Chlorid pro Liter. Mehr

    

Aktuelle Messergebnisse der Salzbelastung in Werra und Ulster liegen vor

Das Labormobil vom VSR-Gewässerschutz war Ende Juni 2008 wieder an Werra und Ulster unterwegs. Die aktuelle Belastung durch den Kali-Bergbau mit Chlorid, Kalium und Magnesium sollte erfasst werden. Die Ulster ist in Räsa der natürlichen Belastung eines Flusses mit 30 Milligramm Chlorid pro Liter (mg/l) noch recht nahe. Dies ändert sich aber durch die Einleitungen des Kalibergbaus in Unterbreizbach und Hattorf. Bis kurz oberhalb ihrer Mündung in die Werra steigert sich ihre Salzbelastung um mehr als das 15-fache auf 500 Milligramm pro Liter. Bei derartigen Werten kommt es schon zur starken Schädigung von Flora und Fauna. mehr