VSR-Gewässerschutz fordert ein öffentlich zugängliches Online-Altlastenkataster – Bürger müssen kostenlose Informationen bekommen

Der sorglose Umgang mit wassergefährdenden Stoffen in industriellen und gewerblichen Betrieben, sowie mangelnde Umweltschutzmaßnahmen bei der Entsorgung von Abfällen auf Deponien haben in der Vergangenheit unzählige Altlasten verursacht. In Deutschland gibt es derzeit über 300.000 erfasste Altlastenstandorte. Heute kann man sich oftmals durch die neue Bebauung bzw. Nutzung nicht mehr vorstellen, dass unter dem eigenen Grundstück durch die frühere Nutzung Verunreinigungen vorkommen können, die das Grundwasser belasten und eine Brunnenwassernutzung einschränken. Es können CKWs, PFTs, Mineralöle, Schwermetalle, PAK, Phenole, Cyanide in das Grundwasser gelangt sein. Manche Stoffe stellen bereits in ganz geringen Konzentrationen beim Gießen von Nutzpflanzen eine gesundheitliche Gefährdung dar. mehr

                       

Pathogene Keime gefährden das Grundwasser und Oberflächengewässer

Aus undichter Kanalisationssystemen kann Ab­wasser austreten und Boden sowie Grundwasser verunreinigen. Auf diesem Wege können fäkale Keime (z.B. E.coli) und andere Krankheitserreger in die Grundwasserleiter und von dort in das Brunnenwasser gelangen. Nach Hochrechnungen versickern in der Deutschland jährlich mehrere 100 Mill. m³ Abwasser aus beschädigten Kanalisationssystemen in den Untergrund. mehr

                               

Pflanzenschutzmittelabsatz in Deutschland steigt – Eintrag in die Gewässer auch

In dem vom Umweltbundesamt vor kurzem veröffentlichten Bericht: „Daten zur Umwelt - Ausgabe 2011 Umwelt und Landwirtschaft“ ist zu entnehmen, dass nach einer bis 2005 andauernden Stagnationsphase der Inlandsabsatz von Pflanzenschutzmittel erneut angestiegen ist. Als mögliche Ursache werden in dem Bericht der Wegfall der konjunkturellen Flächenstilllegung, die zunehmende Einführung pflugloser Bodenbearbeitungsverfahren sowie die durch den Bioenergie-Boom ausgelöste Ausweitung des Anbaus von Mais und Raps genannt. 2008 wurden innerhalb Deutschland 43420 Tonnen Pestizide gekauft, 2005 waren es dagegen nur 35494 Tonnen. Dabei wurden insbesondere die Herbizide stärker nachgefragt. mehr

                                                         

                

Biozideintrag ins Grundwasser durch Desinfektion von Brunnenschächten

Nach größeren Arbeiten am Brunnen oder nach Behebung hygienischer Probleme muss der Brunnen und die Hausinstallation einmalig desinfiziert werden. Die Brunnendesinfektion ist aber nur sinnvoll, wenn eine weitere ständige Verunreinigung verhindert werden kann. Falls durch defekte Abwasserrohre, undichte Brunnendeckel oder Schächte, etc. weiterhin coliforme Keime und e.coli ins Grundwasser gelangen können, ist eine Desinfektion unsinnig und stellt nur eine unnötige Umweltbelastung dar. mehr

                          

Fluorhaltige Löschschäume gefährden des Grundwasser

Löschschäume werden bei der Brandbekämpfung eingesetzt. Leider werden sie nach dem Einsatz nicht immer aufgesaugt und fachgerecht entsorgt. Es kommt immer wieder vor, dass die Schäume mit dem Löschwasser versickern und dann wie ein Beispiel aus Düsseldorf zeigt, das Grundwasser weiträumig belastet. mehr

                       

                                      

Wasser aus Planschbecken soll keine Belastung fürs Grundwasser darstellen
Viele Leute denken nicht daran aber die Mittel zur Desinfektion und Algen­be­kämpfung im Plansch­becken enthalten Biozide. Wenn dieses Wasser dann nach der Benutzung zur Bewässerung eingesetzt wird, kann es zur Belastung des Bodens und des Grundwassers kommen. mehr 

           

                               

                             

Brunnenwasser bedarf für viele Nutzungen keine Trinkwasserqualität – festgestellte Belastungen zeigen jedoch Handlungsbedarf in der Agrarpolitik

Auch außerhalb von Trinkwassergewinnungsgebieten muss das Grundwasser geschützt werden. Doch leider wird es bei Eigenwasserversorgern nicht ausreichend vor dem Nitrateintrag geschützt. „Wasser aus einer Eigenversorgungsanlage, die neben dem öffentlichen Trinkwasseranschluss im Haushalt verwendet werde, müsse keine Trinkwasserqualität haben.“, so das Bundes-verwaltungsgericht vom 31.03.10. Ob der Anschlussnehmer zum Wäschewaschen im eigenen Haushalt Trinkwasser oder Wasser minderer Qualität benutze, überlasse die Trinkwasserverordnung seiner eigenverantwortlichen Entscheidung. Bisher wurde immer behauptet, dass für das Wäschewaschen Trinkwasserqualität erforderlich sei. Da viele Eigenwasserversorgungsanlagen jedoch zu viel Nitrat aufwiesen, waren diese Brunnen damit nicht mehr zum Wäschewaschen zugelassen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat nun am 31. März 2010 entschieden, dass die Trinkwasserverordnung nicht verbietet, Brunnenwasser zum Wäschewaschen im Haushalt zu benutzen. Eine Klage sächsischer Grundstückseigentümer, die dazu eine Teilbefreiung vom Zwang zur Benutzung der öffentlichen Wasserversorgung begehrten, hatte in allen Instanzen Erfolg. „Es ist für die Wasserqualität unserer Flüsse wichtig, dass die Eigenwasserversorgungsanlagen auch wenn sie keine Trinkwasserqualität haben, benutzt, gepflegt und untersucht werden. Nur so werden die Nitratbelastungen im Grundwasser, die den Flüssen zusickern festgestellt und können öffentlich gemacht werden.“ so Susanne Bareiß-Gülzow Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. siehe auch die Presseerklärung des Bundesverwaltungsgerichtes

     

Metalldächer aber auch Metallinstallatione belasten das Regenwasser

Versickerndes Regenwasser trägt zur Grundwasserneubildung bei und verringert die Hochwasserspitzen. Doch Regenwasserabflüsse von Dächern stammen von Oberflächen, die aus unterschiedlichsten Materialien zusammengesetzt sind. Bei Metalldächern bzw. Metallinstallationen wie Regenrinne, Fallrohr etc. sollte man beim Versickern beachten, dass je nachdem welches Material eingesetzt wurde Zink, Kupfer oder Blei in erheblichen Konzentrationen abgespült wird. mehr

                             

Überhöhte Stickstoffgehalte in Gartenböden

Untersuchungsergebnisse in Bayern zeigen, dass zahlreiche Gartenböden außergewöhnlich reich mit Stickstoffen bevorratet sind: drei Viertel der Bodenproben enthielten 0,2 bis 1,3 % Gesamt-N in der Trockenmasse. Je höher der Stickstoff-gehalt des Bodens umso höher ist die Auswaschung ins Grundwasser. mehr

        

      

Auswirkungen von hohen Stickstoffkonzentrationen im Boden

> belasten das Brunnenwasser: Durch hohe Nitratkonzentrationen ist die Nutzung eingeschränkt.

> belasteten das Grundwasser sickert den Flüssen und Bächen zu. Dort kommt es zum Algenwachstum. Geringe Sichttiefe beim Baden führt zu Gefahren. In stehenden Gewässerabschnitten kommt es zu Sauerstoffmangel und Fischsterben

 > belasten die Nordsee: Durch zufließende Flüsse mit einer höheren Nitratkonzentration kommt es in der Nordsee zur Eutrophierung   mehr

      

      

Besatzung der REINWASSER findet stark salzhaltiges Wasser

Am Wochenende nach Pfingsten 2009 nahm das Laborschiff REINWASSER am Hammer Hafenfest teil. Auch hier untersuchten wir privat genutzte Brunnen. Die Grundwasserprobleme resultieren in diesem Raum hauptsächlich durch den Steinkohlebergbau mit den Sümpfungswässern und seinen Bergehalden. So fanden wir in einem Brunnen in Herringen 720 Milligramm Chlorid pro Liter. Bei dieser hohen Konzentration ist das Wasser selbst zum Bewässern im Garten nicht mehr geeignet.

      

Wer sind die Brunnenvergifter? VSR-Gewässerschutz, AKN und »Robin Wood« messen Nitrat in Weser und Grundwasser
Die Eutrophierung der Nordsee fängt schon im Binnenland an, da der Haupteintrag der Nährstoffe über die Flüsse erfolgt. Nicht die direkten Einleitungen der Industrie und kommunaler Kläranlagen, sondern das diffus zusickernde, mit Nitraten belastete Grundwasser stellt hier die Hauptquelle dar. Doch Nitrate im Übermaß führen nicht nur zu ökologischen, sondern auch zu gesundheitlichen Problemen. Dies sollte bei einer gemeinsamen Informationsveranstaltung der drei Umweltorganisationen VSR-Gewässerschutz, AKN und Robin Wood am 10. August 2006 in Bremen verdeutlicht werden. mehr

                                  

Belastung des Grundwassers durch undichte Abwasserkanäle                 Neben den flächenhaften Einträgen von Schadstoffen in den Untergrund über die Landwirtschaft kann auch das Eindringen von Abwasser aus schadhafter Kanalisation in den Grundwasserleiter ein Gefährdungspotential für das Grundwasser darstellen. Nach Hochrechnungen versickern in der Bundesrepublik Deutschland jährlich mehrere 100 Mill. m³ Abwasser aus beschädigten Kanalisationssystemen in den Untergrund. Sie bedingen eine Gefährdung von Boden und Grundwasser. Die Belastung ist besonders hoch, wenn Abwässer mit persistenten und mobilen Schadstoffen (z.B. LHKW, AOX, BTX), Schwermetallen und hohen Nährstofffrachten in das Grundwasser eindringen.
              

Aluminium im Brunnenwasser

Bei unseren Messungen stellten wir in einigen Gebieten sehr saures Grundwassers fest. Zum Teil liegt der pH-Wert sogar unter 5. Bei so saurem Wasser nimmt die Gefahr, dass Aluminium gelöst wird und damit den Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 0,2 Milligramm pro Liter überschreitet stark zu. So haben wir in Niedersachsen in Neustadt am Rübenberge mit 6,3 Milligramm pro Liter, in Böhme mit 4,2 Milligramm, in Winsen/Aller mit 3,9 Milligramm und in Drebber mit 1,8 Milligramm stark erhöhte Konzentrationen festgestellt. Nicht nur, dass die erhöhten Aluminiumkonzentrationen die Wurzeln der Pflanzen schädigen, beim Menschen kann es in höheren Dosen zu Lethargie, Blutungen im Augenbereich und zu Störungen des Kohlehydratstoffwechsels kommen. Ein Zusammenhang zwischen der Alzheimer-Krankheit und erhöhten Aluminiumwerten im Trinkwasser wird nicht ausgeschlossen.