Projekt: Nitratbelastung unserer Gewässer

Die Stickstoffbelastung aus den sogenannten punktuellen Quellen wurde durch Investitionen in Abwasserreinigungsanlagen bereits wesentlich gesenkt. Daher macht nun der Stickstoffeintrag aus diffusen Quellen ca. 2/3 der Gesamtbelastung aus. Diese diffusen Einträge resultieren vor allem durch die Einbringung von Gülle und Mineraldünger auf die landwirtschaftlichen Flächen und der damit verbundenen Auswaschung. Der Hauptanteil sickert dabei ins Grundwasser und in die Drainagen.



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Im Projekt werden Wasserproben aus Flüssen und dem Grundwasser analysiert, um die Belastungssituation aufzudecken und die Auswirkungen für die Nordsee abschätzen zu können.

  • Das Zusickern von nitratbelasteten Grundwassers hat eine ganz wesentliche Bedeutung für die Ökologie der Bäche, Flüsse und Nord- und Ostsee.

    Wir untersuchen daher das Grundwasser und die Flüsse. Wir zeigen damit auf, woher die Belastung kommt. Außerdem beobachten wir die Entwicklung der Nitratbelastung im Grundwasser auch außerhalb der Wasserschutzgebiete, denn auch dort wird Trinkwasser gewonnen. Grundwasser, das dem Rhein, Ems, Weser, Elbe, Maas und Oder zufließt wird untersucht. Dabei arbeiten wir im gesamten Einzugsgebiet der Flüsse. Auch wenn das Grundwasser zuerst einem Bach oder Nebenfluss zusickert belastet es den Fluss, der letztendlich auch das Nitrat in die Nord- und Ostsee befördert. Da Brunnenbesitzer ihre Wasserproben aus ihrem eigenen Brunnen bringen können, verfügt der VSR-Gewässerschutz über viele Messwerte in einem Flusseinzugsgebiet. Damit können Aussagen gemacht werden aus welchen Regionen stark nitratbelastetes Grundwasser den Bächen und Flüssen zusickert.

  • Nitratbelastetes Wasser wird in vielen Regionen über Drainagen von den Feldern abgeleitet und gelangt so in die Flüsse.

    Wir messen wie hoch diese Belastung in der Drainage in bestimmten Regionen ist und zeigen wie diese reduziert werden kann.

  • Die Renaturierung der Flüsse hat positive Effekte auf die Nitratbelastung. Es wird dadurch die Nährstofffracht in die Nord- und Ostsee reduziert.

    Wir untersuchen, wie sich durch intakte Auen die Nitratbelastung verändert.

Bei Informationsveranstaltungen vor Ort wird im Gespräch mit den Bürgern die Ursachen der Nitratbelastung erörtert. Dadurch wird den Bürgern der Zusammenhang zwischen der Überdüngung der Böden und der Nitratbelastung des Grundwassers klar. Durch Presserklärungen, Artikel aber auch Informationen im Rundbrief des VSR-Gewässerschutz wird das Problem der Nitratbelastung und ihre Ursachen öffentlich diskutiert.



Warum dieser Aufwand ?

Schutz der aquatischen Lebensgemeinschaften in den Flüssen und Bächen

Zu hohe Konzentrationen von Stickstoff in Gewässern können zur Eutrophierung von Flüssen mit geringer Fließgeschwindigkeit und Seen führen. Dieser Prozess zeigt sich durch die Verbreitung blaugrüner Algen, einer geringeren Lichtdurchlässigkeit, der Erschöpfung von Sauerstoff in den Oberflächengewässern, dem Sterben am Grund der Gewässer lebenden wirbellosen Tieren sowie der Erzeugung von für Fisch, Vieh und Mensch gefährlichen Giftstoffen.

Schutz der aquatischen Lebensgemeinschaften in der Nordsee

Vor allem der küstennahe Bereich der Nordsee ist eutrophiert. Um eine Abnahme der Eutrophierung zu erreichen, ist vor allem eine weitere Reduktion der Stickstoffeinträge aus den zufließenden Flüssen anzustreben. Der »Rat von Sachverständigen für Umweltfragen« (SRU) fordert für die der Nordsee zufließenden Flüsse einen Gesamtstickstoffgehalt von höchstens 0,6 bis 1,8 mg/l. Umgerechnet auf Nitrat würde sich hieraus ungefähr eine Spanne von 2,6 bis 7,9 mg/l ergeben.

Schutz des Trinkwassers

Das Grundwasser ist teilweise so stark mit Nitraten belastet, dass es als Trinkwasser nicht mehr verwendet werden kann. Kleinere Wasserwerke müssen immer öfter aus diesem Grund die Wasserförderung einstellen und auf Wasserfernversorgung zurückgreifen. In vielen Fällen wird bereits mit nicht belastetem Wasser gemischt oder auf immer tiefere Grundwasserschichten zurückgegriffen. Besonders kritisch ist die Grundwasserbelastung für die Eigenwasserversorgung von Häusern, die nicht an die örtliche Wasserversorgung angeschlossen sind. Diese haben nicht die Möglichkeiten der Wasserwerke auf weniger belastetes Brunnenwasser auszuweichen. Auch für die Nutzung im Garten ist das Brunnenwasser bei hohen Nitratwerten nur noch eingeschränkt nutzbar.