VSR-Gewässerschutz warnt vor Gefahren für das Grundwasser – keine Zulassung von Fungiziden, die zusätzlich die Maiserträge steigern
Neuartige
Mittel gegen Pilze im Maisanbau, sogenannte Fungizide, stehen in
Deutschland kurz vor der Zulassung. „Wenn Pflanzenschutzmittel neben
ihrer eigentlichen Wirkung zu einer zusätzlichen Ertragssteigerung
führen, besteht die große Gefahr, dass sie übermäßig eingesetzt werden.
Pflanzenbauberater befürchten zu Recht eine gesellschaftliche
Ablehnung.“ so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im
VSR-Gewässerschutz. Die Gewässerschützer fordern daher das Bundesamt für
Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auf die Risiken für
die Grundwasserqualität durch den Einsatz dieser neuartigen
Pflanzenschutzmittel genauestens zu überprüfen. Diese neuen Fungizide
wie das Mittel „Retengo Plus“ sollen nach BASF über den "bisherigen und
reinen" Pflanzenschutz hinausgehen und die Gesundheit und Vitalität der
Pflanzen nachweislich steigern. Auch der Konzern Syngenta hat mit
„Quilt Xcel“ ein Produkt in der Entwicklung, das gegen Blattkrankheiten
wirkt und bei dem zusätzlich eine physiologische Wirkung der
Ertragssteigerung zu beobachten ist. mehr
Pflanzenschutzmittelabsatz
in Deutschland steigt – Eintrag in die Gewässer auch
In dem vom Umweltbundesamt vor kurzem veröffentlichten Bericht: „Daten zur Umwelt - Ausgabe 2011 Umwelt und Landwirtschaft“ ist zu entnehmen, dass nach einer bis 2005 andauernden Stagnationsphase der Inlandsabsatz von Pflanzenschutzmittel erneut angestiegen ist. Als mögliche Ursache werden in dem Bericht der Wegfall der konjunkturellen Flächenstilllegung, die zunehmende Einführung pflugloser Bodenbearbeitungsverfahren sowie die durch den Bioenergie-Boom ausgelöste Ausweitung des Anbaus von Mais und Raps genannt. 2008 wurden innerhalb Deutschland 43420 Tonnen Pestizide gekauft, 2005 waren es dagegen nur 35494 Tonnen. Dabei wurden insbesondere die Herbizide stärker nachgefragt. mehr
Fachworkshop:
Biozidprodukte nah am Verbraucher
Markt und Maßnahmen zur Risikoreduktion
Als wichtige Maßnahme für den Umwelt– und Verbraucherschutz soll ein nachhaltiger, risikomindernder Umgang mit Biozidprodukten gefördert werden. Dennoch bietet der Markt eine große Palette von Biozidprodukten und biozidbehandelten Erzeugnissen den Verbrauchern an. Im Vergleich zu anderen zulassungspflichtigen Produktgruppen wie Arzneimittel oder Pestiziden sind diese größtenteils frei verkäuflich und über viele Verbreitungswege verfügbar. So scheinen Biozide immer mehr zu Produkten des täglichen Bedarfs zu werden.
Wie gestaltet sich die Vermarktung bei verschiedenen verbrauchernahen Produktarten und wie funktionieren die Kontrolle und die Überwachung der Produkte und des Handels? Welche Maßnahmen stehen derzeit zur Verfügung, um die Verbraucher über Produkte, Risiken und Alternativen zu informieren und zu sensibilisieren? Welche Initiativen wären darüber hinaus sinnvoll, um den politischen Zielen von Nachhaltigkeit und Risikominderung zu entsprechen?
Am Weltverbrauchertag lud PAN Germany in Kooperation mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) Vertreter aus Behörden und Ministerien, den Verbraucher- und Umweltschutzverbänden sowie Experten ein, um diese Fragen gemeinsam vor dem Hintergrund der anstehenden Novellierung des europäischen Biozidrechts zu diskutieren. Harald Gülzow hat dabei für den VSR-Gewässerschutz teilgenommen.
Über diesem Fachworkshop erschien nun eine Broschüre.
http://www.pan-germany.org/download/biozide/PAN-Biozid-Workshop_2011_Dokumentation.pdf
Biozide
in Reinigungs und Waschmittel – Auswirkungen auf unsere Gewässer
Die
Werbung suggestiert uns seit Jahren, dass zur Reinigung und zum
Waschen antibakterielle Produkte nötig sind. Ob zum Hände waschen,
als Hygienespüler beim Wäsche waschen oder zur Desinfektion der
Toilette. Hier nutzen einige Hersteller die Angst vor Grippeviren,
Noroviren etc. aus um ihre Produkte gut vermarkten zu können. Nach
Ansicht des Umweltbundesamtes (UBA), des Robert-Koch-Institutes (RKI)
und des Bundesinstitutes für gesundheitlichen Verbraucherschutz und
Veterinärmedizin (BgVV) sind antibakterielle Reinigungsmittel im
Haushalt nicht erforderlich. Um mögliche Verschmutzungen auf ein
gesundheitlich unbedenkliches Niveau zu bringen ist die Reinigung mit
Wasser, herkömmlichen Fett- oder Eiweiß- lösenden Mitteln und
kräftiger Oberflächenbehandlung völlig ausreichend. mehr
Unterstützung des NGO Brief an den Bundesumweltminister Dr.
Norbert Röttgen: Dringende Empfehlungen für die Biozid-Verordnung
Am 20. Dezember 2010 wird in Brüssel darüber entschieden, welche Position der EU-Rat zur Biozid-Verordnung einnimmt. Die Gesetzesinitiative ist für den Umwelt- und Gesundheitsschutz sehr wichtig, weil sie die Zulassung und Verwendung von mehr als 50.000 Produkten in Deutschland und Europa neu regelt. Diese zumeist verbrauchernahen Produkte enthalten oft für die Gesundheit und Umwelt gefährliche Wirkstoffe. Das Schreiben ist nachzulesen unter .
Biozideintrag ins Grundwasser durch Desinfektion von Brunnenschächten
Nach größeren Arbeiten am Brunnen oder nach Behebung hygienischer Probleme muss der Brunnen und die Hausinstallation einmalig desinfiziert werden.Die Brunnendesinfektion ist aber nur sinnvoll, wenn eine weitere ständige Verunreinigung verhindert werden kann. mehr
Pflanzenkläranlagen vertragen keinen Biozideintrag
Pflanzenkläranlagen eignen sich besonders für die Abwasserbehandlung von Grundstücken, die nur unter hohen ökonomischen Aufwendungen an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen werden können. mehr
Der Biozideinsatz an Booten kann reduziert werden, wenn die Nitratbelastung in den Flüssen sinken würde
Schiffsrümpfe werden auf Grund des hohen Nährstoffgehaltes in den Flüssen und Kanälen von Algen und Muscheln besiedelt. Dieser Bewuchs führt bei Fahrt zu erhöhten Spritverbrauch. Darum werden Rümpfe von Yachten mit biozidhaltigen Farben bestrichen. mehr
Wasser aus Planschbecken soll keine Belastung fürs Grundwasser darstellen
Viele Leute denken nicht daran aber die Mittel zur Desinfektion und Algenbekämpfung im Planschbecken enthalten Biozide. Wenn dieses Wasser dann nach der Benutzung zur Bewässerung eingesetzt wird, kann es zur Belastung des Bodens und des Grundwassers kommen. Daher ist es sinnvoller statt Desinfektionsmittel zu verwenden das Wasser je nach Temperatur und Nutzung jeden oder nach maximal drei Tagen zu wechseln. Das genutzte Wasser kann dann zum Gießen verwendet werden. Wer es nicht mühselig mit der Gießkanne aus dem Planschbecken schöpfen will, kann sich hierfür auch eine einfache Schmutzwasserpumpe aus dem Baumarkt zulegen. Wenn der Garten nicht so groß ist, um das zum Baden genutzte Wasser auf einmal zum Bewässern zu verwenden, kann es in einer Regentonne zwischen lagern.
Biozide – die Belastung der Umwelt muss enden
Der Einsatz von Pestiziden erfolgt im Pflanzenschutz gegen Schädlinge grundsätzlich nach dem Schadschwellenprinzip erfolgen, dass heißt, Pestizide dürfen nur aufgebracht werden um Schäden zu vermeiden. Hierbei soll die Einsatzmenge so gering wie möglich gehalten werden. Bei den Bioziden verfährt man da anders. So dürfen diese Stoffe auch nach dem neuen Entwurf einer Verordnung der Europäischen Kommission zum Biozid-Recht gegen unerwünschte Lebewesen, die keinen Schaden anrichten, eingesetzt werden. Mehr
Biozide und Nanopartikel aus Fassaden, Dächern etc. belasten die Gewässer
Die Entwicklung zu Dünnschichtputzen zur Verkleidung der Fassade führte dazu, dass Farben eingesetzt werden mussten, die den Untergrund trocken halten. Allerdings bleibt nun auch die Oberfläche durch Tau länger feucht. Es können daher verstärkt Algen und Pilze wachsen. Um dies zu verhindern, werden den Farben Biozide zugesetzt. Biozide werden bei Fassaden, Dächern und Anstrichen im Außenbereich wesentlich öfter eingesetzt als man vermutet. Diese werden dann über den Regen ausgewaschen. mehr
Biozide – eine Gefahr sowohl für das Grundwasser wie auch für die Oberflächengewässer
Eine Untergruppe der Biozide sind die Algizide. Sie werden zur Vernichtung von Algen eingesetzt. Untersuchungen der Eawag in der Schweiz haben gezeigt, dass beim Zusammentreffen mehrerer Substanzen dieser Gruppe sich die Wirkung der schädigenden Effekte addiert. Direkt in unsere Gewässer wird das Kühlwasser aus der Industrie und das Dachablaufwasser von Häusern geleitet. Bei diesen Einleitungen denken die meisten Menschen sie wären nicht belastet, obwohl sie häufig Biozide in hoher Konzentration enthalten. mehr
Toxizitätsuntersuchung von biozidhaltigem Wasser
Biozide werden durch den Einsatz im Kühlwasser von Industrie und Kraftwerken wie auch in Dachdeckungen zum Problem. Belastetes Regenwasser und Kühlwasser wird unseren Bächen und Flüssen zugeleitet. Für die Untersuchung verwenden wir den Leuchtbakterientest - einen Biotest zur Messung der Toxizität (Giftigkeit) von Umweltproben. Toxizität ist ein biologischer Summenparameter, der mit chemischer Analytik nicht bestimmt werden kann. mehr